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Technikerschule Allgäu

Kotterner Straße 43

87435 Kempten

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Fax: +49 831 25385-192

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Wir sind zertifiziertes Mitglied

im Dachverband "Allgäu" 

 

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Technikerschule Allgäu (TSA)

Ausbildung von

hochqualifizierten Fachkräften auch zu Zeiten von Corona

 

Der Vorstand des Fördervereins der Technikerschule Allgäu hat sich bei den Verantwortlichen der TSA darüber informiert, wie die Schule die Studierenden trotz der Einschränkungen durch die Pandemie, auf den Berufsalltag vorbereitet.

Unsere Mitgliedsunternehmen repräsentieren ca. 60 namhafte Industrieunternehmen in der Region.

Aufgrund der Coronakrise – Stichwort Homeschooling - sorgen sie sich um die Qualität der Weiterbildung zur/zum Staatlich geprüften TechnikerIn.

Hierzu wurden der Schulleiter, Herr StD Michael Renner, Herr Dr. Bernhard Fabel, Dozent aus dem Fachbereich Elektrotechnik und die Studierenden Frau Marion Lingenhöl, Bautechnik 2, und Herr Daniel Brunner, Maschinenbau 1, vom Förderverein (FV) befragt.

FV: Herr Renner, wir wollen gerne wissen, wie die Technikerschule Allgäu durch die Pandemie kommt. Welche technischen Voraussetzungen mussten für die neuen Unterrichtsformen geschaffen werden?

 Renner: Der erste Lockdown im Frühjahr 2020 hat uns kalt erwischt. Die Lehrkräfte haben mithilfe von E-Mails, Skype, Zoom usw. den Distanzunterricht aufrechterhalten können. Allerdings war uns klar, dass bis zum Schuljahresbeginn im September 2020 viel bessere technische Voraussetzungen für ein qualitativ hochwertiges Fernstudium geschaffen werden müssen. Jedes Klassenzimmer wurde mit einem großen Display (84 Zoll) ausgestattet, auf dem die Videokonferenz mit allen Teilnehmern dargestellt wird. Parallel dazu wird über einen Beamer der Kursinhalt (Scriptum) auf eine Leinwand projiziert. Diese Informationen erhalten die Studierenden zu Hause in einer Eins-zu-eins-Umsetzung. Damit sind wir jetzt in der Lage den Distanz- und Wechselunterricht ohne Einschränkungen durchzuführen.

 FV: Wie ist dieser Distanz- und Wechselunterricht organisiert?Renner

 Renner: Der Unterricht beginnt jeden Morgen um 7.45 Uhr und verläuft nach dem regulären Stundenplan. Die Lehrer sind während des kompletten Unterrichts, also den ganzen Tag, in der Schule. Auch während der Faschingsferien 2021 wurde nach Stundenplan gearbeitet.

 FV: Welche Software, z. B. Zoom, MS Teams usw., wird eingesetzt?

 Renner: Weder noch. Die genannten Tools sind nicht mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vereinbar. Die Daten der Schule und der Studierenden dürfen nicht in irgendeiner Cloud liegen, in der sie von uns weder kontrolliert noch gelöscht werden können.

Wir haben nach einer anderen Lösung gesucht. Dabei sind wir auf eine Open Source Plattform gestoßen, die keinerlei Daten speichert und von den Studierenden weder eine E-Mai-Adresse noch sonstige personalisierte Daten fordert. Solange wir noch keine schuleigene Cloud besitzen - daran arbeiten wir -, werden zusätzlich über MEBIS Informationen zum Schulbetrieb an die Studierenden weitergeleitet.

 FV: Herr Renner, wie haben Sie die Technologie finanziert?

 Renner: Die dafür notwendigen finanziellen Mittel stellte uns unser Schulträger zur Verfügung.

 FV: Herr Renner, wie gehen die Studierenden aus Ihrer Sicht mit der neuen Situation um?

 Renner: Zunächst ist anzumerken, dass nicht alle Studierenden zu Hause einen genügend schnellen Internetzugang zur Verfügung hatten bzw. nicht auf das notwendige technische Equipment zugreifen konnten. Das hat sich im Lauf der letzten Monate stark verbessert. Die Vermittlung von theoretischen Lerninhalten ist uns erstaunlich gut gelungen. Als riesiges Problem hat sich allerdings herausgestellt, dass die Studierenden, vor allem in den Anfangsklassen, kaum soziale Kontakte untereinander knüpfen konnten. Sie schafften es allerdings sich über Telefon- bzw. Videokonferenzen in virtuellen Lerngruppen zu organisieren. Diese Kompetenz kommt ihnen sicher auch im Berufsalltag zugute.

 

FV: Frau LinLingenhoelgenhöl, HerrBrunner, wie ist Ihre Meinung dazu?

Lingenhöl: Das kann ich bestätigen. Jetzt im zweiten Lockdown fühlt sich der Unterricht doch eher wie Schule an. Man kann Fragen an die Lehrer stellen und sich mit den Klassenkameraden austauschen. Man lernt zwar auf andere Weise, ist aber gezwungen, sich zusätzliche Fähigkeiten wie z. B. Selbstdisziplin anzueignen.

Brunner: Wir sind erst im September in die TSA eingestiegen und hatten bis zum Lockdown nur wenig Zeit uns gegenseitig kennenzulernen. Präsenzunterricht wäre uns schon wegen der sozialen Kontakte lieber. Aber auch so ist die Weiterbildung zum Techniker machbar. 

 FV: Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?

 Lingenhöl: Beim Distanzunterricht besteht die Gefahr, dass man zu Hause nicht voll konzentriert arbeitet. Wenn der Lehrer den Lehrstoff nicht komplett als Scriptum vorgibt, sondern uns auch zu Hause wie bei einem Tafelanschrieb mitschreiben lässt, ist man weniger ablenken. Die Studierenden sollten durch den Lehrer noch besser in das Unterrichtsgeschehen eingebunden werden.

Brunner: Die größte Schwachstelle ist die Technik. Nicht jeder Studierende hat einen Laptop und einen zusätzlichen Bildschirm bzw. eine leistungsstarke Internetverbindung.

  FV: Die TSA ist bekannt dafür, dass sie ihre Absolventen zielgerichtet und anwendungsorientiert auf den Berufsalltag vorbereitet. Wie kann das gelingen, wenn wegen des Distanzunterrichts die Labore vor Ort nicht optimal genutzt werden können?

 Renner: In Fächern, die stark „softwarelastig“ sind, wie z.B. Automatisierungs-, Steuerungs- und Messtechnik sowie CAD und Robotik gelingt dies sehr gut. Zum einen verfügen die Studierenden über Simulationstools für den heimischen Rechner – Stichwort „Digitaler Zwilling“, zum anderen können wir im Wechselunterricht in den Laboren für genügend Abstand zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen sorgen. Extrem schwierig ist es dagegen, die Corona-Schutzmaßnahmen an unserer Werkzeugmaschine einzuhalten, da wir aus Kostengründen nur ein Exemplar dieser großen Maschine bereitstellen können.

 FV: Wie sieht es mit den Leistungsnachweisen aus?

Renner: Wegen Homeschooling müssen wir die Anzahl der Leistungsnachweise etwas reduzieren. Worauf wir jedoch auf keinen Fall verzichten werden, ist die Tiefe des angebotenen Lehrstoffs. Daraus resultiert, dass wir bei den Anforderungen in den Abschlussprüfungen keinerlei Abstriche machen werden. Das sind wir den Betrieben, die unsere Absolventen einstellen, schuldig.

Brunner Brunner: Für uns Studierende dienen Leistungsnachweise vor allem dazu, die eigene Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen und festzustellen auf welchem fachlichen Niveau man sich bewegt. Deswegen sollten zwischen den einzelnen Prüfungen nicht zu große Abstände liegen.

 FV: Werden Sie auch in Zeiten von Corona gut auf den Berufsalltag vorbereitet?

 Lingenhöl: Mit dem Abschluss als Staatl. gepr. Technikerin kann ich ja im Unternehmen in der Bauleitung, in der Ausschreibung, in der Werkplanung usw. tätig werden. Die Grundlagen für eine dieser Tätigkeiten werden auf jeden Fall in der Technikerschule Allgäu auch in Zeiten der Pandemie geschaffen. Einarbeiten und spezialisieren muss ich mich dann natürlich immer aufs Neue.

Brunner: Im Maschinenbau bearbeiten wir einige Konstruktionsprojekte in der Gruppe. Diese mussten auch schon vor Corona in Hausarbeit gefertigt werden. Jetzt müssen wir zusätzlich lernen, in virtuellen Gruppen zu arbeiten. Das hilft uns meiner Meinung nach auch im späteren Berufsalltag, wenn man z.B. mit Kollegen an anderen Standorten zusammenarbeiten muss.

 FV: Wie werden die Lehrenden qualifiziert, um die digitalen Formate zu nutzen?

 Renner: Wir sind an der TSA gut aufgestellt. Unsere Dozenten können alle eine universitäre Ingenieurausbildung und einen berufspraktischen Background vorweisen. Für sie ist die Digitalisierung des Unterrichts Teil ihres Berufs und keine besondere Herausforderung. Fabel

Dr. Fabel: In meinen IT-lastigen Fächern hat sich nicht allzu viel geändert, da ich schon vorher meinen Unterricht computerbasiert abgehalten habe. Der Laborbetrieb hat seine speziellen Anforderungen, lässt sich aber gut digitalisieren. Elektronik, Schaltungstechnik und Programmierung kann man wunderbar auch am PC lernen. Mit der neuen technischen Ausstattung und den Erfahrungen, die wir jetzt damit machen, können wir den Studierenden auch nach der Pandemie ein qualitativ hochwertiges digitales Studienangebot bieten.

 

 FV: Hat die Pandemie Einfluss auf die Bewerberzahlen für eine Technikerausbildung?

Renner: Die Bewerberzahlen sind für die Fachbereiche Elektrotechnik und Bautechnik gut steigend. In der Fachrichtung Maschinenbau sind die Zahlen auf gleichbleibend hohem Niveau. Zum Schulstart im September 2021 rechnen wir wieder mit vollen Klassenzimmern.

Die Fragen stellte Werner Greschner, Mitglied im Vorstand des Fördervereins der Technikerschule Allgäu e.V.

 

 

 

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